Kennengelernt habe ich Noi auf der Donauinsel – auf der sogenannten Thai-Wiese. Ein Ort wo sich thailändische Menschen treffen, Thai-Food anbieten, gemeinsam essen, Karaoke singen oder einfach den Wiener Sommer in der Natur genießen. Einer dieser warmen Abende, viel Stimmung, viel Leben. Wir haben uns öfters gesehen, sind ins Gespräch gekommen, haben uns verabredet.
Sie kam aus einer Situation die nicht einfach war. Eine Tochter, damals neun Jahre alt. Wir haben uns gut verstanden – und nach einiger Zeit ist sie zu mir gezogen.
Ich habe ihr geholfen Fuß zu fassen. Sprachkurs, Ausbildung, Arbeit. Sie hat als Feinkostverkäuferin begonnen – zehn Stunden, später dreißig. Wir waren gut aufgestellt, haben uns einiges leisten können. Jedes Jahr Urlaub, immer nach Thailand.
Dort hat sie ein Haus, wir haben umgebaut und erweitert über die Jahre – immer gemeinsam geplant, gemeinsam entschieden.
Ich war damals im mittleren Management, viel unterwegs. Als ein Jobangebot in Salzburg kam, sind wir gemeinsam gegangen. Ihre Tochter – mittlerweile vierzehn – blieb in Wien in der Wohnung. Zwei Wohnsitze, Pendeln, volles Leben.
Eine Zeit lang hat das funktioniert.
Aber irgendwann hat sich das Gemeinsame verloren. Keine bösen Worte, kein großer Streit – einfach ein langsames Auseinanderdriften. Jeder mit sich beschäftigt, die Aktivitäten weniger, die Stille mehr. Was einmal lebendig war wurde Routine. Was Routine war wurde Nebeneinander.
Wir sind zurück nach Wien gezogen ich dachte ein Neustart hilft. Hat es kurz. Dann waren wir wieder am gleichen Punkt.
2018 ist Noi nach Thailand gefahren ohne Ankündigung, ohne Gespräch. Das war der endgültige Bruch. Ich habe noch versucht etwas zu kitten aber irgendwann kommt man zu dem Schluss: Es bringt nichts.
Was mich noch gehalten hat war die Überlegung dass ich ohnehin nach Thailand auswandern wollte. Das Haus dort, unsere gemeinsame Vereinbarung das gab mir eine Art Orientierung in einer Zeit wo ich gesundheitlich angeschlagen war und einfach nur wieder gesund werden wollte.
2023 und 2024 habe ich den Winter in Thailand verbracht. Auch wenn Noi da war – die Kommunikation war auf ein Minimum geschrumpft. Irgendwann war mir klar es ist Zeit für Klartext. Ohne Ärger, ohne emotionales Auf und Ab. Einfach nur das hier bringt nichts mehr. Wir trennen uns.
Was danach kam und was ich im Nachgang erfahren habe das lasse ich hinter mir. Es ist Vergangenheit.
Ich lebe im Moment. Das ist genug.
Peace.

