SiSi – unser Neuzugang

Freitag, 12. Juni.

Sue bekam eine Nachricht von einer Facebook-Freundin. Die Frau arbeitet in einem Resort und hatte dort einen kleinen Hund aufgenommen – einen etwa einjährigen Terrier-Mix. Haustiere sind dort allerdings nicht erlaubt. Man war ihr auf die Schliche gekommen und der Hund musste sofort weg.

Als Sue mir davon erzählte, war für sie die Sache schnell klar. Wir würden den Hund übernehmen. Schon am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg. Man weiß nie, was passiert, wenn man zu lange wartet.

Auf dem Parkplatz kam die Frau auf uns zu. Als sie uns sah, brachen sofort alle Dämme. Sie weinte aus tiefstem Herzen. Keine großen Erklärungen, keine Fassung mehr. Nur Erleichterung und Dankbarkeit. Sie bedankte sich immer wieder bei uns. Sue nahm sie in den Arm und war selbst den Tränen nahe.

Der kleine Hund stand die ganze Zeit daneben und schaute uns an.

Als wir losfuhren, war es still im Auto. Einer dieser Momente, die man nicht plant und die trotzdem lange in Erinnerung bleiben.

Wir haben sie später umgetauft. Aus ihrem ursprünglichen Namen wurde SiSi.

Die Heimfahrt war für sie aufregend. Sie hechelte, zitterte und versuchte sich zu verstecken. Auch zu Hause brauchte sie ein paar Tage, um anzukommen. Ihren Lieblingsplatz hat sie sich selbst ausgesucht – bei meiner Meditationshütte. Nachts schläft sie in der Outdoor-Küche, weil die Straßenhunde sie sonst ständig belästigen würden.

Das alles ist erst zwei Wochen her.

Heute ist SiSi längst ein Teil der Familie. Lebendig, frech, neugierig und immer mittendrin.

Manchmal kommt ein neues Familienmitglied auf eine Weise ins Leben, mit der man überhaupt nicht gerechnet hat.

Peace.

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