Heute vor einem Jahr bin ich angekommen. Nicht als Tourist, nicht auf Probe — sondern mit dem klaren Entschluss zu bleiben.
Ein Jahr ist vergangen. Und ich sitze hier in Sikhio, im Isaan, und denke nach.
Was mir am meisten aufgefallen ist: In Thailand kümmert man sich um seine eigenen Sachen. Niemand nimmt einem das ab, niemand schreibt einem vor wie es zu gehen hat. Wer seine Unterlagen beisammen hat, kommt durch. Wer nicht — der hat ein Problem. So einfach ist das. Und genau diese Einfachheit gibt einem eine Freiheit, die ich so vorher nicht kannte.
Fast jeden Tag bin ich draußen — auf dem Grundstück meiner Freundin, in der Natur, unter freiem Himmel. Ich beginne zu verstehen warum viele Einheimische nicht groß bauen wollen. Das Leben spielt sich hier mehr oder weniger draußen ab. Der Garten, das Feuer, die Tiere, das Wetter. Man braucht keine vier Wände um zu leben.
Was mich jeden Tag aufs Neue überrascht: die Menschen hier. Ruhig, freundlich, zuvorkommend. Keine Hektik, kein Drücken, kein Ellbogen. Mitten unter Einheimischen zu wohnen, in denselben einfachen Verhältnissen zu leben — das hat bei mir einen echten Respekt ausgelöst. Und eine Faszination. Wie geschickt und einfallsreich die Menschen hier mit den verschiedensten Situationen umgehen. Das Wissen über Pflanzen und Tiere, das selbstverständlich weitergegeben wird — das ergänzt diese Faszination jeden Tag neu.
Alles in Österreich hinter sich zu lassen, aufzugeben und auszuwandern — das klingt nach einem großen Schritt. War es auch. Aber ohne Ballast, ohne Altlasten. Einfach Neustart.
Das erste Jahr ist vorbei. Es fühlt sich nach wie vor gut an. Die Momente des Glücks häufen sich. Und irgendwo hier, mitten im Isaan, scheint man einen Tick näher am Leben zu sein. Genau das ist es.
Ich bleibe.
Peace.

